SEI DU. DAS IST DIE MOTIVATION.
Eine Lesefassung Aus dem Video „Die Kunst, Mensch zu sein“

Was motiviert dich?

Eine Freundin hat mich vor längerer Zeit gefragt:

„Vera, mach doch mal ein Video zur Motivation.“

Und ich habe lange über diese Frage nachgedacht.

Denn wenn ich mich selbst anschaue, dann merke ich:

Ich bin einfach motiviert.

Ich bin die Motivation.

Und vielleicht ist genau das schon der erste Gedanke, den ich dir heute mitgeben möchte.

Vielleicht ist Motivation nicht für jeden Menschen dasselbe.

Wir sind individuell. Jeder von uns ist einzigartig. Und deshalb darf auch unsere Motivation unterschiedlich aussehen.


Was ist eigentlich dein Motiv?

Das Wort Motivation steckt ja schon im Wort Motiv.

Also frage ich dich:

Was ist dein Motiv?

Warum stehst du morgens auf?

Was treibt dich wirklich an?

Und ich meine damit gar nicht unbedingt:
„Was ist dein Ziel?“

Sondern:

Was bringt dich innerlich in Bewegung?

Wir sprechen heute so viel über Job, Karriere, Erfolg und darüber, was wir leisten wollen.

Aber eigentlich wollen wir doch immer mehr in unsere Bestimmung kommen.

Wir fragen:

Für was bin ich hier?
Wo erhebe ich meine Stimme?
Was möchte ich beitragen?

Und das ist für mich noch einmal ein ganz anderes Thema.

Denn Motivation darf viel tiefer gehen als:

„Ich muss jetzt noch etwas erledigen.“


Wo ist unsere Lebensfreude geblieben?

Ich beobachte das immer wieder bei Kindern.

Meine Kinder wachen morgens auf und haben einfach Energie.

Sie singen.
Sie rennen.
Sie bewegen sich.
Sie wollen die Welt entdecken.

Da ist dieses:

„Wow! Was gibt es heute zu erleben?“

Und dann frage ich mich:

Wo verlieren wir das eigentlich?

Warum gibt es so viele Menschen, die ihre Motivation verloren haben?

Die Lebensfreude.
Die Lebenslust.
Den Lebenshunger.

Wo ist das hin?

Natürlich ist das bei jedem Menschen individuell. Aber ich glaube, dass wir uns diese Frage wirklich einmal stellen dürfen:

Was treibt mich intrinsisch an?

Was kommt wirklich aus mir?


Die kindliche Einfachheit

Ich lade dich dazu ein, einmal wieder diese kindliche Einfachheit zu betrachten.

Ich erinnere mich an mich selbst als kleines Kind.

Wir waren mit unserer großen Familie oft im Urlaub. Ich habe drei Geschwister, wir hatten Tiere – Meerschweinchen, Schildkröten und alles Mögliche.

Und ich erinnere mich an eine Situation, als ich ungefähr zwei Jahre alt war.

Alle haben noch geschlafen.

Und ich bin einfach aufgestanden.

Ich habe meine Stiefel angezogen, mein Eimerchen genommen und bin los.

Runter zu den Dünen, über die Stege und zum Strand.

Ich habe Muscheln gesammelt.

Für mich war das einfach.

Ich war motiviert.

Ich hatte Spaß.

Natürlich haben sich die Erwachsenen irgendwann große Sorgen gemacht. Völlig verständlich.

Aber ich war einfach in meinem Element.

Und wenn ich heute auf mein Leben schaue, dann erkenne ich diese Qualität noch immer.

Ich bin gerne alleine.

Aber ich bin auch sehr gerne unter Menschen.

Ich habe diese Extreme in mir – und auch das darf sein.

Denn vielleicht geht es gar nicht darum, irgendeine perfekte Form von Motivation zu finden.

Vielleicht geht es darum, herauszufinden:

Was bereitet mir wirklich Freude?

Vielleicht sind es Muscheln.

Vielleicht ist es Spielen im Sand.

Vielleicht ist es ein schönes Zuhause.

Vielleicht sind es Tiere.

Vielleicht sind es Kinder.

Vielleicht ist es Reisen.

Vielleicht ist es etwas ganz anderes.

Tutti Frutti Life.

Nimm dir, was du brauchst.

Es ist schon so viel da.


Du bist das Motiv

Und genau deshalb sage ich:

Du bist das Motiv.

Du darfst hier sein.

Du darfst dich leben.

Mehr und mehr.

Die Freundin, die mich damals nach meiner Motivation gefragt hat, hat natürlich einen wichtigen Punkt angesprochen.

Denn viele Menschen kennen Antriebslosigkeit.

Und dann müssen wir tiefer schauen:

Wo hat das eigentlich aufgehört?

Denn wenn wir uns anschauen, wie Kinder von Natur aus sind, dann sehen wir:

Sie wollen Abenteuer erleben.

Sie wollen sich mit Menschen verbinden.

Sie wollen ausprobieren.

Sie wollen erschaffen.

Sie wollen leben.

Und vielleicht ist die Frage deshalb nicht:

„Wie motiviere ich mich?“

Sondern:

„Was hat sich über meine natürliche Motivation gelegt?“

Was hat sich dazwischen geschoben?


Mach’s einfach

Eine Sache möchte ich dir wirklich mitgeben:

Zerdenke es nicht.

Die meisten Menschen fragen:

„Wie kann ich mich jetzt motivieren?“

„Wie kann ich das machen?“

„Was muss ich tun?“

Und ich sage:

Mach’s einfach.

Natürlich ist der Verstand sofort dabei.

Der Verstand möchte analysieren.

Er möchte verstehen.

Er möchte noch einmal darüber nachdenken.

Aber manchmal kommt einfach ein Impuls.

Und dann darfst du ihm folgen.

Nicht alles muss sofort passieren. Manche Impulse dürfen auch reifen.

Aber sie dürfen aus dir heraus reifen – nicht aus dem endlosen Denken.

Ich kenne das selbst.

Ich setze mich manchmal hin und weiß überhaupt nicht, was jetzt aus mir herauskommen wird.

Und dann lasse ich es fließen.

Für mich ist das auch mit meiner Spiritualität verbunden: dass das, was in mir ist, durch mich nach außen treten darf.


Du bist Mensch

Ich arbeite viel mit Human Design.

Aber ich möchte dich auch dazu einladen, dich darin nicht festzuklemmen.

Human Design darf Hintergrundwissen sein.

Eine Hintergrundfrequenz.

Ein Werkzeug.

Aber:

Du bist Mensch.

Und am Ende geht es darum, ins Leben zu gehen.

Nicht nur innere Arbeit zu machen.

Nicht nur zu meditieren.

Nicht nur über dich zu lesen.

Sondern:

Geh raus.

Du lernst im Kontakt.

Du lernst in Beziehungen.

Du lernst im Leben.

Und genau dieser Austausch kann unglaublich motivierend sein.

Wir sind soziale Wesen.

Auch wenn wir manchmal Rückzug brauchen.

Auch wenn wir gerne alleine sind.

Beides darf sein.


Komm in den Fluss des Lebens

Meine Mutter hat immer gesagt:

Leben und leben lassen.

Und genau darum geht es für mich.

Komm wieder in den Fluss.

In den Fluss der Liebe.

Wie Wasser.

Widerstandslosigkeit.

Was wäre, wenn wir nicht ständig gegen das Leben kämpfen müssten?

Was wäre, wenn wir uns morgens sagen:

„Ich freue mich auf die Abenteuer des Lebens.“

„Die Welt kümmert sich um mich.“

Das sind andere Denkweisen.

Und ich glaube, wir brauchen eine andere Kultur des Denkens.

Auch eine andere Unternehmerkultur.

Denn gerade bei jüngeren Menschen sehe ich immer stärker die Frage:

Was ist der Sinn dahinter?

Nicht nur:

„Wie viel Geld bekomme ich?“

Sondern:

„Wofür mache ich das?“

Und genau dort kommen wir wieder zum Motiv.


Deine Motivation und dein Lebenswerk

Dein Motiv zeigt sich für mich auch in deinem Lebenswerk.

In deiner Sonne.

In dem, was du wirklich leben möchtest.

Bei mir ist es zum Beispiel der Rhythmus des Lebens.

Und ich möchte andere Menschen in ihren Rhythmus bringen.

Das ist für mich Motivation.

Und gerade als Projektorin möchte ich dir etwas mitgeben:

Du darfst sichtbar sein.

Es heißt immer:

„Warte auf die Einladung.“

Ja.

Aber wenn niemand weiß, wer du bist, was du kannst und wofür du da bist – wie soll dich jemand einladen?

Wir dürfen uns zeigen.

Wir dürfen unsere Stimme erheben.

Wir dürfen sichtbar machen, was wir beitragen können.

Und genau deshalb mache ich diese Videos.

Ich drücke auf „Aufnahme“.

Ich spreche.

Ich teile meine Sicht.

Und vielleicht gebe ich damit auch dir die Erlaubnis, es zu tun.


Führung und Austausch

Für mich ist auch die Unterscheidung zwischen Freundschaft und bezahlter Begleitung wichtig.

Denn wenn jemand nach zwanzig Jahren schreibt:

„Lass uns mal quatschen.“

Dann darf ich hineinfühlen:

Was möchte hier eigentlich entstehen?

Ist es Freundschaft?

Ist es Austausch?

Oder möchte jemand wirklich meine Begleitung?

Ich sehe mich dabei nicht als Coach.

Ich mag den Begriff Guidance viel lieber.

Eine Form von Führung, die dich letztlich in deine Selbstführung bringt.

Denn genau das ist für mich die Aufgabe:

Ich sehe vielleicht etwas, das du selbst gerade nicht siehst.

Aber ich möchte nicht, dass du von mir abhängig wirst.

Ich möchte, dass du dich selbst besser siehst.

Und deshalb ist für mich auch Selbstverantwortung ein ganz wichtiger Teil von Motivation.


Wer bist du in Wahrheit?

Und damit kommen wir wieder zu dem Thema, das sich durch so vieles zieht:

Wer bist du in Wahrheit?

Denn jeder Mensch hat seine eigene Superpower.

Jeder hat seine eigene Art, sich durch das Leben zu bewegen.

Und genau darum geht es:

Zu wissen, wer du bist – und es dann zu leben.

Authentisch zu sein bedeutet für mich nicht, irgendeinem Bild von Authentizität zu entsprechen.

Du musst zuerst wissen:

Wer bin ich eigentlich?

Und dann:

Wie möchte ich dieses Leben leben?

Nicht:

„Wie sollte ich sein?“

Sondern:

„Wie bin ich?“


Die verschiedenen Motivationen im Human Design

Im Human Design wird die Motivation über den Ton der Persönlichkeit beschrieben.

Es gibt sechs Motivationen:

  • Angst
  • Hoffnung
  • Verlangen
  • Bedürfnis
  • Schuld
  • Unschuld

Ich möchte hier gar nicht jedes Detail erklären.

Ich möchte dir nur ein Bild geben.

Denn jede dieser Motivationen kann eine ganz eigene Art von Antrieb beschreiben.

Angst

Hier kann der Antrieb beispielsweise darin liegen, durch Wissen und intelligentes Denken für Sicherheit zu sorgen.

Da geht es um:

Was brauche ich, um Sicherheit herzustellen?

Wo muss ich wachsam sein?

Was könnte eine Gefahr sein?

Hoffnung

Hier geht es stärker darum, auf eine bessere Zukunft zu vertrauen und Möglichkeiten zu sehen.

Die Motivation kann sein:

Worauf darf ich vertrauen?

Was könnte besser werden?

Verlangen

Hier geht es um einen starken inneren Antrieb.

Etwas erreichen zu wollen, das man sich wirklich wünscht.

Für mich ist das ein ganz wichtiger Punkt.

Denn ich habe eine Vision.

Eine liebevolle Zukunftsgestaltung.

Eine neue Denkultur.

Eine neue Unternehmerkultur.

Eine neue Beziehungskultur.

Und das ist mein Antrieb.

Bedürfnis

Hier geht es darum, für sich und andere zu sorgen und das Leben praktisch zu verbessern.

Die Frage ist:

Was brauche ich wirklich, um vollständig zu sein?

Schuld

Hier liegt der Antrieb darin, Verantwortung zu übernehmen und Dinge in Ordnung zu bringen.

Etwas zu verbessern.

Etwas zu reparieren.

Etwas sinnvoll beizutragen.

Unschuld

Und dann gibt es die Unschuld.

Hier geht es darum, das Leben unvoreingenommen zu erleben und einfach das zu tun, was sich richtig anfühlt.

Ohne etwas beweisen zu müssen.

Und auch das ist eine wunderschöne Motivation.


Aber welche Motivation ist wirklich deine?

Und jetzt wird es spannend.

Denn du kannst deine Motivation leben.

Oder du kannst eine Übertragung deiner Motivation leben.

Bei mir ist beispielsweise die authentische Motivation das Verlangen.

Mein natürlicher Antrieb ist:

persönlich handeln, Verantwortung übernehmen, gestalten und führen.

Meine Übertragung wäre dagegen die Unschuld.

Rückzug.

Nicht-Einmischung.

Eine passive Haltung.

Und ich kenne das sehr gut.

Früher war eine meiner Reaktionen:

„Ich weiß es nicht.“

„Es geht nicht um mich.“

„Das hat nichts mit mir zu tun.“

Und irgendwann habe ich erkannt:

Vielleicht habe ich es gar nicht gesehen.

Vielleicht war genau dieses Nicht-Einmischen meine Art, mich aus meinem Leben herauszuhalten.

Heute ist es anders.

Heute merke ich:

Ich muss mich einmischen.

Ich muss führen.

Ich muss Verantwortung übernehmen.

Ich muss meine Stimme erheben.

Ich drehe diese Videos.

Ich mache das für dich.

Ich gehe in meinen Gestaltungsauftrag.

Und das ist eine große Veränderung.


Motivation ist nicht noch ein Motivationstipp

Und genau deshalb möchte ich dieses Video eigentlich damit abschließen:

Bitte geh jetzt nicht los und such dir die nächsten fünf Motivationstipps.

„Wie motiviere ich mich?“

„Wie bekomme ich mehr Disziplin?“

„Wie schaffe ich mehr?“

Vielleicht geht es um etwas ganz anderes.

Vielleicht geht es darum, dich zu leben.

Tutti Frutti Life.

Jackpot leben.

Schau:

Was ist dein Antrieb?

Was macht dich lebendig?

Was lässt dich morgens aufstehen?

Was lässt dich sagen:

„Wow. Darauf habe ich Lust.“

Und vielleicht darf genau das deine Motivation sein.


Sei du. Das ist die Motivation.

Ich glaube, deine Motivation muss nicht immer etwas sein, das dich irgendwohin bringt.

Vielleicht ist deine Motivation einfach:

dich zu leben.

Dein Leben zu leben.

Auf deine Art.

Mit deiner Lebensfreude.

Mit deinem Lebenshunger.

Mit deinem Rhythmus.

Mit dem, was dich wirklich bewegt.

Und vielleicht gibt es gar nicht so viel zu tun.

Vielleicht gibt es am Ende tatsächlich:

nichts zu tun, außer zu sein.

Und „sein“ ist ja auch schon ein Tunwort.